Dienstag, 22. November 2016

Kleinst- und Stadtstaaten-Trip - Teil 3: Von Modena über San Marino nach Rom

Zuerst einmal tut es mir leid, dass ich in letzter Zeit hier so wenig geschrieben habe. Ich bin selbst schockiert, wie lange der letzte Beitrag, also Teil 2 unserer Stadtstaaten-Tour schon her ist !

Aber da ihr das hier ja nun lest, geht es nun endlich weiter .


Wir hatten in Modena übernachtet, im Hotel mehr dürftig als gewohnt gefrühstückt und bemerkt, dass Maranello gar nicht weit entfernt ist. Also machten wir einen kleinen Schlenker, damit FerrariGirlNr1 in der Heimatstadt ihrer Lieblings-Sportwagen einen Cache finden konnte . Leider war nicht genug Zeit für den Besuch des Ferrari Museums drin, dennoch gab es Ferraris in diversen Ausführungen zu bestaunen, sowohl zum Verkauf als auch auf den Straßen. Gefiel mir sehr gut .






Nachdem der Maranello-Cachefund erledigt war, machten wir uns entlang der Autobahn 1 auf den Weg nach San Marino. Das Wetter war mäßig gut, es war trocken, aber grau und während wir mitten durch Norditalien fuhren, begegnete uns wenig sehenswertes. Aber manchmal muss man auch Kilometer gutmachen und so erreichten wir am späten Vormittag die Republik San Marino, die übrigens die älteste bestehende Republik der Welt ist! San Marino hat rund 30.000 Einwohner und ist 60 km² groß und ist damit der drittkleinste Zwergstaat Europas (nur Monaco und der Vatikan sind kleiner). Monaco ist übrigens nur knapp 2 km² groß und hat ebenfalls rund 30.000 Einwohner - wieder was gelernt .

Den Grenzübertrtitt von Italien nach San Marino bemerkten wir eigentlich nur am Infoschild für Geschwindigkeitsbegrenzungen (San Marino hat keine Autobahnen), wobei man anhand der Straßenführungen schon bemerkte, dass in San Marino jeder Platz effizient genutzt wird.



Unser erster Cache in San Marino war San Marino #2 La Romagna al tramonto, von dem aus man einen herrlichen Rundumblick hat. Leider lag San Marino etwas im Nebel bzw. den Wolken verhangen, trotzdem konnte ich ein paar schöne Fotos machen. Außerdem gelang uns vom Cache aus der erste Blick auf San Marino Stadt bzw. die Burg von San Marino auf dem Berg Titano. Von tief hängenden Wolken umhüllt auch sehr hübsch!




Genau dorthin wollten wir auch als nächstes, also fuhren wir weiter auf den kleinen kurvigen Straßen durch den Stadtstaat, der hügeliger war, als ich erwartet hätte. Der Berg Titano ist übrigens 739 Meter hoch und natürlich liegt die Burg ganz oben. Die Parkplatzfindung war knifflig, aber schlussendlich konnten wir Berta legal parken und erkundeten den historischen Kern der Burganlage zu Fuß. Gerade im Dunst der Wolken war es fast gespenstisch, denn man konnte nicht weit schauen, so verschwanden auch die meisten Menschen im Nebel und man fühlte sich ganz allein.




Bei der schönen Kulisse waren die DNFs fast nebensächlich, dennoch bleibt festzuhalten, dass die Owner in San Marino nicht unbedingt wartungsfreudig sind. Oft werden offensichtlich verschwundene Caches nicht einmal deaktiviert, sodass man als Tourist erst mit Lesen der Logs davon erfährt . Aber auch mit schlecht gewarteten Dosen führte uns unser Hobby doch an einige schöne Orte, die ich als Muggel-Tourist wahrscheinlich nicht besucht hätte. Vor allem der Weg rauf zum Torre Del Montale hätte man sich bei dem Wetter vermutlich gespart! Auch die für mich typisch italienischen, teils steilen und engen Gassen und der Blick über die Burgmauern machen den Besuch von San Marino lohnenswert .




Ja, San Marino hat mir sehr gut gefallen, auch wenn es wolkenverhangen war. Ein paar Geocaches später hieß es für uns Abflug Richtung Rom, schließlich mussten wir vor 22 Uhr in der Unterkunft sein. Da Rom hoteltechnisch ein relativ teures Pflaster ist und wir nur etwas zum Schlafen und Duschen brauchten, haben wir uns für einen recht zentralen Campingplatz entschieden, auf dem es auch Hütten mit Parkplatz vor der Tür gab.

Jedenfalls versuchten wir noch einen weiteren Cache außerhalb der Stadt zu finden, der jedoch an einem ziemlich eindeutigen Verbotsschild scheiterte , also folgte eine Fahrt durch das wolkenverhangene Umbrien bzw. die Toskana.




Nach dem Erdbeben in Zentralitalien im August 2016 musste ich zu meinem Erschrecken feststellen, dass wir während unserer Tour durch diese Region gefahren sind . Erschreckend, weil die vielen kleinen italienischen Dörfer auf den Hügeln so hübsch anzusehen waren und die Ausmaße der Zerstörung so weitreichend waren, dass Menschen durch das Erdbeben zu Tode kamen .


Über Land lief damals verkehrstechnisch jedenfalls alles glatt, die Aussicht besserte sich mit der Zeit auch und wir lagen gut im Zeitplan. Alles hätte wunderbar funktioniert, wären wir nicht in einen immensen Stau im Speckgürtel von Rom geraten, den wir zu umfahren versuchten, damit wir den Campingplatz noch rechtzeitig erreichten. Das war stressig, aber effektiv und so erreichten wir um halb Zehn die Unterkunft. Schnell eingecheckt und diskutiert, wo wir denn noch etwas Essen könnten. In die überfüllte Innenstadt wollten wir dann doch nicht, also entschieden wir uns für ein fast traditionelles Bus-Abendessen mit Brot und Salami, bevor wir ins Bett fielen. Letzteres war übrigens ebenfalls ein bisschen abenteuerlich, denn die Häuschen bestehen zum Großteil aus Plastik und obwohl wir quasi zwei Doppelhaushälften hatten, bewegte sich das ganze Haus, wenn man sich auch nur im Bett umdrehte .

Am nächsten Tag standen Sightseeing in der italienischen Hauptstadt und die Strecke von Rom immer entlang der Küste bis nach Pisa auf dem Reiseplan. Ich bemühe mich, mir damit nicht allzu viel Zeit zu lassen, versprochen!

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